Einigungshilfe

Konfliktbearbeitung in Quarantäne-Zeiten

Artikel von Jürgen von Oertzen, 01.04.2020

Mediation heißt, Menschen in Kontakt zu bringen – besonders dann, wenn es gerade schwierig ist. Dafür ist der persönliche Kontakt wichtig: Die Erfahrung, meinen Ärger jemandem „ins Angesicht“ sagen zu können, ohne dass die Welt zusammenbricht; das Lächeln, wenn eine unerwartete Anerkennung kommt – das ist viel wert, um eine sachgerechte Lösung zu finden.

Gerade, wenn ein Zusammenkommen räumlich unmöglich ist, gilt es, die möglichen Kanäle effektiv zu nutzen: Per Telefon, per Videokonferenz, oder mit speziellen Online-Mediations-Tools. Jede Technik verlangt dabei wieder andere Fähigkeiten von der Mediatorin, und ermöglicht besondere Formen der Kommunikation. In Telefonkonferenzen ist z.B. eine besondere Rede-Disziplin erforderlich. Für die Mediatorin ist es nun eine  Herausforderung, trotzdem zu bemerken, wenn ein anderer Gesprächspartner sich von etwas gestört fühlt. Bei Online-Mediationen wiederum gilt es, am Monitor die Körpersprache wahrzunehmen, auch wenn nicht zu erkennen ist, wer gerade wen ansieht.

Und auch wenn sich Streitparteien bei einer rein telefonischen Mediation gegenseitig nicht sehen können, so können sie sich doch hören und vielleicht sogar – im Schutz der "Unsichtbarkeit" – umso aufmerksamer auf Ihr Gegenüber einlassen. So lassen sich Konflikte gut bearbeiten – manchmal gerade gut mit etwas Abstand, vom Home-Office aus.

Vielleicht lohnt es sich, diese Wochen von Home-Office und Geschäftsschließung zu nutzen für die Aufarbeitung von Konflikten. Oder für eine gründliche Neuaufstellung als Team: Wo stehen wir, wo wollen wir hin, was wollen wir nach der Krise anders machen? (mehr Infos)

Lesen Sie hier weiter über Akut-Hilfe in Corona-Zeiten.

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